Erfurt. Wir als Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat Erfurt luden am 11.01.2017 in die Stadtteilbibliothek am Berliner Platz ein. Auf dem Podium warfen Stefan Liebich, MdB DIE LINKE aus dem Wahlkreis Berlin-Pankow, und der Imam der dortigen Moschee der Ahmadiyya Gemeinde, Said Ahmad Arif, einen Blick auf die Geschichte der Moschee in den Berliner Pankow. Sie resümierten: nachdem die Moschee 2008 eröffnet worden war, kehrte Ruhe ein und die Proteste ebbten ab.

„Durch die ständige Offenheit und Dialogarbeit dort, haben die Leute gemerkt, dass all die Befürchtungen, die man hatte, nicht wahr geworden sind“ erläuterte Arif. Liebich war im Nachhinein erleichtert, dass Politik und Verwaltung nicht vor Drohungen und Gewalttaten eingeknickt waren und erklärte: „Man kann nicht für unterschiedliche Religionen unterschiedliche Regeln aufstellen“. Dem schloss sich die Direktkandidatin der LINKEN für Erfurt, Martina Renner, an: „Das Recht auf Religionsfreiheit ist ein universelles und unteilbares Grundrecht, das aus der historischen Perspektive in Deutschland entstanden ist“. Und so stellte Martina Renner auch klar, dass die gestiegenen islamfeindlichen und antimuslimischen Straftaten aber auch gegen eine offene Gesellschaft zielen.

In der folgenden Diskussions- und Fragerunde konnten zahlreiche Befürchtungen wie beispielsweise zur Kostenfrage entkräftet werden.

Ich als Fraktionsvorsitzender und stadtentwicklungs- und verkehrspolitischer Sprecher möchte an dieser Stelle nochmals festhalten, dass die Stadt Erfurt sich nicht an den Baukosten für die Moschee beteiligt und derartige Ängste unbegründet sind. Die Ahmadiyya Gemeinde kommt für die Baukosten ganz allein auf.

Auch wenn ich persönlich ein eher distanziertes Verhältnis zu Religionen habe, so ist die Möglichkeit, dass jede Religionsgemeinschaft in Deutschland ungehindert ihre Gebetshäuser errichten kann Ausdruck der Freiheit und Vielfältigkeit unserer Gesellschaft. Diese gilt es immer und überall zu verteidigen und zu bewahren.

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