Großes Kino: Mord 4.0 im Hochschul-Labor
Am 20. Januar 2017 läuft die an der HTWK Leipzig gedrehte „SOKO Leipzig“-Folge im TV

Leipzig. Die Tür des Nieper-Baus der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) an der Karl-Liebknecht-Straße wird aufgestoßen. Ein Mann rennt heraus, reißt einen Radfahrer um und sprintet in Richtung Geutebrück-Bau, bevor er von Kriminalkommissarin Olivia Fareedi (Nilam Farooq) zu Fall gebracht wird.

Ringsum stehen Menschen und beobachten die Szene. Manche filmen sie sogar – mit professioneller Technik. Denn der Nieper-Bau ist nicht mehr der Nieper-Bau, sondern der Unternehmenssitz von „Mondo Robotics“: Einem der Schauplätze von Folge 345 der erfolgreichen ZDF-Krimiserie „SOKO Leipzig“.
Das war Mitte August vergangenen Jahres. Drei Tage lang reihten sich Transporter voller Technik, Garderobe und Catering um das Gebäude, das normalerweise von der Fakultät Maschinenbau und Energietechnik belebt wird. Wo Studierende und Mitarbeiter sonst scheinbar harmlose Versuche durchführen, wurde in der SOKO-Folge ein „Mondo Robotics“-Mitarbeiter leblos aufgefunden. Ein Fall für die SOKO Leipzig – und diesmal „Ein Fall für Rettig“, den kultigen Laboranten der Serie.

Damit die Geschichte auch fachlich stimmt, stand die Hochschule dem Produktionsteam der UFA Fiction GmbH von Anfang an beratend zur Seite. So stellte beispielsweise Professor Dr.-Ing. Detlef Riemer sein Wissen im Bereich der Steuerungstechnik und Robotik zur Verfügung: „Ich wurde mit eingebunden, was die Drehbuchentwicklung rund um das Thema Robotik betraf. Natürlich handelt es sich dabei um reine Fiktion – was einmal eine ganz andere Aufgabe und Herausforderung für mich war als sonst“, beschreibt Riemer seinen Einstieg ins Filmgeschäft. Die Produktionsfirma ihrerseits war dankbar – neben der Möglichkeit, überhaupt in den Räumlichkeiten der Hochschule drehen zu dürfen – für die inhaltliche Beratung und Hilfe am Set. „Wir haben viel über künstliche Intelligenz gelernt. Manchen von uns durchfuhr ein Schauer. Man darf sich auf die Folge freuen“, resümiert Producerin Josepha Herbst vom Leipziger Büro der Produktionsfirma.

Kurzum: Die HTWK Leipzig konnte ihre Fähigkeiten als Drehort und Kompetenzzentrum für einen Mord 4.0 unter Beweis stellen. Am 20. Januar 2017 kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, wie sich der Nieper-Bau zur Primetime im Fernsehen präsentiert (ZDF, 22:00 Uhr, „Ein Fall für Rettig“). Dann wird auch klar: Tötete die Aggression oder der Algorithmus?


Stunt-Szene: Kommissarin Fareedi stellt einen Tatverdächtigen. Quelle: Robert Weinhold/HTWK Leipzig.

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