Erfurt. Ob Juristen, Philosophen oder Theologen, ob Publizisten oder Politiker: Alle berufen sich auf die Würde des Menschen und ihre Unantastbarkeit. Doch niemand vermag genau zu sagen, was darunter zu verstehen ist. Manfred Baldus versucht in seinem Gang durch die jüngere deutsche Rechts­ und Ideengeschichte auf über 400 Seiten zu erklären, wie es zu dieser paradoxen Lage kommen konnte. Er berichtet von christlichen Dominanzgewinnen und verzweifelten Positionsbehauptungen, ideologiekritischen Eindämmungsversuchen, soziologischen Gegenkonzepten und ausgefeilten Minimierungsstrategien, kurz: von mitunter erbittert geführten Meinungsschlachten. Und er fragt, ob es einen Ausweg aus der verfahrenen Lage gibt, sich also klären lässt, was es mit der Menschenwürde auf sich hat.

Mit der Veröffentlichung ist das Projekt „Die Würdekonzeption des Grundgesetzes – Kritik ihrer Dogmatik und Versuch einer Neukonzeption auf der Grundlage ihrer Anwendungs- und Diskursgeschichte“ abgeschlossen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützte das Projekt seit 2012 mit Mitteln in Höhe von etwa 60.000 Euro und trug damit wesentlich zu seinem Erfolg bei.

Manfred Baldus ist Professor für Öffentliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte an der Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erfurt. Ferner ist er Mitglied des Thüringer Verfassungsgerichtshofs.

„Kämpfe um die Menschenwürde – Die Debatte seit 1949“ von Professor Manfred Baldus ist am 29. Oktober 2016 im Suhrkamp Verlag in der Reihe Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft (stw) erschienen.

Veranstaltungshinweis:

Manfred Baldus „Kämpfe um die Menschenwürde“
Montag, 16. Januar 20 Uhr, Eintritt 2/3 €
Buchhandlung Peterknecht, Anger 28, Erfurt

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